Die Geschichte des Pollhanshofes – Gaststätte Brei

An dieser Stelle hat bis 2013 der traditionsreiche Gasthof Pollhans gestanden. Er lag an der damaligen Landesgrenze der Grafschaft Rietberg zum Fürstbistum Paderborn, direkt an einer alten Senner Handelsroute, die von Paderborn nach Bielefeld führte. Um 1620, das Holter Schloss war gerade neu errichtet, baute ein Pollhans hier am Ölbach eine neue Hofstelle. So besagt es der Eintrag in einer Abgabenliste des Grafen von Rietberg aus dem Jahr 1621, dass ein ‚Pollhans in der Limcke Buer eine Müddesaat zugemacht‘ habe. Der Colon (Bauer) Pollhans zahlte 10 Thaler in die Abgabenkasse und erhielt das Colonatsrecht. Schon für das Jahr 1698 ist eine Schankerlaubnis nachgewiesen. 1710 zahlte der Krüger Pollhans einen Thaler Kruggeld an die Rentkasse in Rietberg.
Bis zum Ende der Grafschaft Rietberg im Jahr 1805 gibt es Eintragungen über Einnahmen der Zollstelle. Um 1710 verlagerte sich der ‚Holtisch Marckt‘, ein Kram- und Viehmarkt, der sich aus dem Kirchweihfest der Schlosskapelle (St. Ursula, 21. Okt.) entwickelt hatte, zum Pollhanshof. Hier blieb er fast 200 Jahre und wurde zum ‚Pollhansmarkt‘. Um 1830 taucht die Bezeichnung Pollhanskrug als Orientierungshilfe an einem Senneweg auf. Von 1834 bis 1840 führte der Postweg hier vorbei, der Pollhanskrug wurde Umspannstelle für die Pferde der täglichen ‚Königlich-Preußischen Fahr- und Personenpost‘.
Der letzte Anerbe mit dem Familiennamen ‚Pollhans‘ übernahm den Hof 1805 in sehr unruhigen Zeiten. Die Grafschaft Rietberg ging 1807 in Napoleons ‚Königreich Westfalen‘ auf. Es mussten weiterhin Abgaben an den Grundherrn nach Rietberg und zusätzlich beträchtliche Steuern bezahlt werden. Dennoch erbauten Johann Pollhans und seine Frau Trina Maria
1809 ein neues Haupthaus.

In den 1880-1890er Jahren erlebte der Pollhanshof mehrmalige Pächterwechsel, u.a. verursacht durch die nicht gewährte Schankerlaubnis. 1898 kaufte Dr. Harald Tenge den Hof, um die Holter Eisenhütte an die Bahnstrecke Bielefeld-Paderborn anzuschließen, was aber nicht umgesetzt wurde. 1910 fand der Markt zum letzten Mal hier statt. Die Gemeinde verlegte den Markt in die Nähe des Bahnhofs auf den jetzigen Pollhansplatz. 1925 – zwei Jahre nach der Inflation – kaufte der damalige Pächter Heinrich Knoke den Pollhanshof aus der Konkursmasse der Holter Eisenhütte.
Im November 1936 erwarb Friedrich Brei die Gaststätte, er erhielt schon bald die Schankerlaubnis. 1955 begann er zusammen mit seiner Frau Gertrud den alten Pollhanshof umzubauen. Noch in der Umbauphase starb Friedrich Brei. Seine Frau Gertrud führte den Betrieb weiter, danach ihr Sohn Hermann Brei von 1973 bis 1991. In den Jahren darauf wurde die Gaststätte mehrmals verpachtet. Der Abriss der alten Traditionsgaststätte erfolgte im Oktober 2013.

 

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