Die große Armut in der Senne und der Beginn der Industrialisierung und des wirtschaftlichen Aufschwungs

Die Bedeutung der Holter Eisenhütte für die industrielle Entwicklung der heutigen Stadt Schloß Holte-Stukenbrock und ihre kulturelle, soziale und wirtschaftliche Infrastruktur kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das Werk war damals die einzige Eisenhütte zwischen Hamm und Hannover. Auf dem Gebiet des heutigen Kreises Gütersloh ist die Gesamtanlage der Holter Hütte der älteste Gewerbebetrieb.

Die gewerblichen Aktivitäten der  Unternehmerfamilie Tenge haben entscheidend dazu beigetragen, dass sich bitterarme Sennedörfer zu  wohlhabenden Kommunen im Kreis Gütersloh entwickeln konnten. Grund genug, diese Industrie- und Sozialgeschichte zu dokumentieren, zumal eine Eisenhütte in direkter Nachbarschaft zu einem Schloss ein gewisses Alleinstellungsmerkmal darstellt.
Doch heute ist es kaum noch vorstellbar, in welch armer Region diese Industrieansiedlung erfolgte. In seinem über 100 Seiten umfassenden Bericht (1856) beschreibt und dokumentiert der Königliche Regierungs-Rath Carl Hermann Bitter das ‚Spinnerelend in der Senne‘ und entwirft detaillierte Vorschläge zur Überwindung des Elends in der Senne-Region (veröffentlicht in: J.D. Küster Nachfolger Bielefeld, 1966)

Nach der Natur aufgenommen am 22. April 1853 bei Hövelhoff  (C. H. Bitter, Seite 17)

 

Ein Beispiel für die Beschreibung der Sennelandschaft (C. H. Bitter,  Seite 12):

Die Beschreibung zu den elenden Wohn- und Lebensbedingungen:

                Boker Heide 1852   –  n(ach)  d(er) Natur

Dem gründlichen Bericht des Königlichen Regierungsraths-Raths C. H Bitter verdanken wir auch die tabellarische Auflistung der Kötter und Heuerlinge in den hiesigen Bauerschaften: