Katholischer Friedhof St. Ursula

Die kleine katholische Kirche St. Ursula (erbaut 1913) war noch Filialkirche der Pfarrei Kaunitz und der Friedhof von Kaunitz war immer noch die Begräbnisstätte für Katholiken aus Schloß Holte (damals Liemke). Die schlecht ausgebauten Sand‐ und Schlackenwege dorthin konnten durchaus 8 km betragen.

Pater Hugo Balsliemke erinnert sich: „Bei Begräbnisfahrten wurde der Sarg auf einen gesäuberten Ackerwagen gestellt, dem die Angehörigen und Nachbarn zu Fuß folgten. Je näher man Kaunitz kam, desto länger wurde der Leichenzug.“ Da kaufte die Kirchengemeinde Kaunitz im Jahr 1919 zwei Waldparzellen (etwa 10.000 m²) direkt am Oelbach und an der Grenze zu Stukenbrock gelegen. Verkäuferin war die Witwe Heinrich Holländer vom alten Knokenhof.
Ein Wegekreuz, das an einer Wiese des Bauern Knoke an der heutigen Bahnhofstraße gestanden hatte, wurde das erste Friedhofskreuz. Es trug die Inschrift: Kommet und sehet, ob ein Schmerz gleich sei meinem Schmerze. Der erste Totengräber für den neuen Friedhof war Franz Knoke, von der Bevölkerung ‚Arme‐Seelen‐Franz‘ genannt. Er übte das Amt von 1920 bis 1945 aus.

Die erste Verstorbene, die hier im April 1920 bestattet wurde, war Änne Stölting, geb. Hambrinker. Sie wurde 28 Jahre alt. Im gleichen Jahr folgten sechs weitere Beerdigungen, darunter zwei Kinder. 1921 waren es 18 Verstorbene, davon 5 Kinder, und im Jahr 1922 waren von 17 Verstorbenen 7 Kinder. Das alte Holzkreuz wurde 1959 durch ein Steinkreuz des Bildhauers Alois Klösener ersetzt. Vor diesem Kreuz liegen die Priestergräber der Kirchengemeinde.

1971 baute die politische Gemeinde hier eine Friedhofskapelle mit Leichenhalle für Schloß Holte. Sie übernahm auch die weitere Trägerschaft. Bis dahin war die Aufbahrung der Verstorbenen in den Privathäusern üblich.

In den 1980er‐Jahren wurde der Friedhof nach Osten auf Stukenbrocker Gebiet erweitert. Er erhielt auf dem neuen Gelände ein großes schlichtes Eichenkreuz und einen zweiten Eingang. Seit 1980 ziert ein mächtiger Findling mit der Aufschrift ‚Waldfriedhof St. Ursula 1920‘ den westlichen Eingangsbereich